Wie Sie das Kaninchenvertrauen gewinnen, Ihre Kaninchen richtig verstehen lernen, und diese versorgen, umsorgen und erziehen.

Was Sie wissen müssen: Wenn Sie anfangen in diese Webseite zu lesen, bekommen Sie vielleicht einen Schreck darüber, wie kompliziert das Zusammenleben mit Kaninchen sein kann. Genau die Dinge die ein Kaninchen so liebenswert machen, sind oft eine Gefahrenquelle für diese verletzlichen Tiere. Diese Informationen sollen Ihnen helfen Kaninchen besser zu verstehen, um so den Umgang zu erleichtern, und Sie zu einem besseren Kaninchenbesitzer zu machen. Nicht mehr und nicht weniger. Es kann eine sehr bereichernde Erfahrung sein, den eigenen Wohnort mit Kaninchen zu teilen.

Woher kommen Kaninchen – kurzer Hintergrund

Von der Klassifizierung her sind Kaninchen keine Nagetiere. Die gehören zur Ordnung der Lagomorpha. Also hasenartige Doppelzahner, gehörend zur Familie der Leporidae, sprich Hasen. Die Gattung wird Oryctolagus cuniculus genannt. Ein Kreuzing zwischen Hasen und Kaninchen ist nicht möglich. Kaninchen haben 44 Chromosomenpaare und Hasen 46 Chromosomenpaare. Der Hase ist als Haustier oder zur Haltung in der Gefangenschaft gänzlich ungeeignet.

Die Iberische Halbinsel ist allgemein als die Heimat der Kaninchen bekannt. Vor rund 3000 Jahren entdeckten die Phönizier die Kaninchen, und so wurden diese Tiere im Mittelmeerraum bekannt. Sogar bei den alten Griechen werden die Kaninchen erwähnt. Es gibt alte Berichte wo die Kaninchen von den Römern als Plage auf Mallorca gesehen wurden. Doch schon bald erkannten die Römer den Nutzen dieses Tieres als Fleischlieferant. Man hatte aber mit Hasen einfach nicht den Erfolg den man sich wünschte.

Im Gegensatz zu den Hasen fühlten sich die Kaninchen in den Gehegen, die mit Steinmauern begrenzt waren, recht wohl. Hier konnten die Kaninchen Höhlen graben, in denen diese auch lebten. Ein Hase hingegen sucht bei der Flucht das Weite, ein Kaninchen zieht sich in seine Höhle zurück. Hasen sind Einzelgänger und leben in Mulden, nicht in Höhlen. Weiterhin war der Hase im Vergleich zum Kaninchen viel weniger fruchtbar. Hasen sind zu schreckhaft, und immer wieder passierte es bei den Zuchtprogrammen in den Lepoarien (Steingehege), dass die schreckhaften Hasen sich bei der versuchten Flucht das Genick oder Knochen brachen. Weiterhin sind Kaninchen viel geselliger als Hasen. Somit konnte man in den Steingehegen viel mehr Kaninchen als Hasen unterbringen. Mit Pfeil und Bogen liessen sich die Kaninchen auch gut von der Distanz her töten, denn immerhin ging es bei den Kaninchen darum einen Fleischlieferanten zu haben.


Im Mittelalter schafften es dann französische Mönche nach und nach aus dem Wildkaninchen das viel zahmere Hauskaninchen zu züchten. Gerade im Mittelalter war das Kaninchen in Städten ein willkommener Fleischlieferant, da es sich auch in der Stadt in engen Gehegen fortpflanzte. Weiterhin war das Fell sehr beliebt, und man fing an die Kaninchen nach Farben zu züchten, um auch einheitliche Farben für Kleidungsstücke zu bekommen. Und natürlich war das ruhige Wesen der Kaninchen bei der Zucht auch wichtig.


In Deutschland werden Kaninchen zuerst im 12. Jahrhundert erwähnt. Hier wurden die Kaninchen von Herrscherhöfen für die Jagt in Gehegen gezüchtet, wo die Tierchen dann von gelangweilten Adeligen abgeschossen werden konnten.